Gereimtes

 

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 Der Hund

Mental lebt mancher Mensch gesund,

teilt er sein Leben mit ’nem Hund, -

vorausgesetzt -  man darf dies nicht verschweigen -

er nennt das treue Tier sein Eigen,

den besten Freund, sein Herzensglück.

Doch reißt oft Nachbarn die Geduld,

auf deren wohlbestelltem Rasenstück

der fremde Kläffer kackt und strullt.

Und - fortgejagt ob dieser Missetat,

zertrampelt Beete er, - nebst Kopfsalat.

Um gar die Stimmung restlos zu vergällen,

fängt er dabei noch an zu bellen.

 

Indes - wie anders, ja als welche Zier

betrachtet man das eigene Tier.

Wenn auch der Nachbar überschnappt ...

Schön, wenn der Hund Verdauung hat

und fröhlich durch die Gärten tobt,

wenn Erde spritzt von wildem Scharren

und ’s Herrchen ihn sogar noch lobt.

Den Nachbarn, den verkalkten Narren,

ihn sieht man grimmig bau’n

an einem festen Gartenzaun.

Gerettet ist sein Kopfsalat

durch meterhohen Stacheldraht.

 

Studiert man mal die Hunderassen,

ist deren Vielzahl kaum zu fassen.

Doch - so lernt man’s mancher Orten -

bei Hunden gibt es nur zwei Sorten:

Der süße Bello, der ist mein,

die fiese Töle, die ist dein.

 

 

Die Fliege

 

Die Fliege fliegt, wenn sie nicht ruht

oder gerad’ was Besseres tut.

Die Lampe ist ihr Lieblingsort,

drum hängt man auch am besten dort

den gift’gen Fliegenfänger auf.

Ei potz! – Sie klebt schon drauf!

 

 

 

Eselei

 

„Mama“, rief das Eselkind,

„sag’ mir doch mal ganz geschwind:

Wo kommen kleine Esel her?

Das muss ich wissen, - bitte sehr.

Entsprang ich einem Eselei,

ganz friedlich oder mit Geschrei?“

 

Die Esel-Mama rief „O nein!

Ich fiel nur auf Papa herein.

Weil der zur Frau mich auserkoren,

wurd’s du aus meinem Bauch geboren.

Mit Papas Gunst war’s bald vorbei.

Für mich war das ’ne Eselei.“

 TIERISCHES

                                                                                                          Willisound.wma

Kater Willi  

 

Kater Willi – außer Haus –                                                 

fängt so manche fette Maus,

frisst sie und denkt still:

Ob Frauchen auch was Leck’res will?

Und legt zum Dank für Fraß und Trank

eine Maus ihr auf die Bank.

Die Maus in Panik eilig sucht

zwecks irdisch Daseins rasch die Flucht.

Doch Kater Willi hinterher!

Hei, das Spielchen freut ihn sehr.

Die Küche wird zum Wilden Westen,

gilt’s doch: Fluchtwege ertesten!

Frau Bock, das Frauchen, kommt herein

Und fängt hysterisch an zu schrei’n.

Auf Stuhl und Tisch strampelt Frau Bock

und hält sich zu den Minirock.

Als wäre diese kleine Maus

auf solche Abenteuer aus!

Klein-Willi aber denkt sich bloß:

Endlich ist hier mal was los!

Schaut dem Drama hinterher

und versteht die Welt nicht mehr:

Frauchens getanzte Dankbarkeit

geht ihm bald nun doch zu weit ...

Den Kater plagt die Ungeduld.

Drum fühlt er sich ganz ohne Schuld,

indem er grabscht das Mäuselein

und stopft es flux in sich hinein.

Dem Tode gerade noch entwischt

steigt Frau Bock von ihrem Tisch.

Tief erleichtert sagt sie sacht:

„Willi,  - hast du fein gemacht“.

 

 

 

Der Elefant

 

Um zu schlürfen aus der Schüssel

schleppt der Elefant den Rüssel.

Ist zum Saugen er zu faul,

nutzt er gern auch mal sein Maul.

Wohl kaum ist jener zu beneiden,

muss er doch immer erst entscheiden,

das Edle richtig zu verspeisen.

Wir könn’ auf Knigge da verweisen,

was Nützliches der dazu spricht.

Den Eli interessiert das nicht.

 

 

 

 Das Krokodil

 

Weil irdisch’ Leid wurd’ ihm zuviel,

er Freundschaft schloss zum Krokodil.

Dem quasselt er nun unverzagt

von früh bis spät, bei Tag und Nacht

in finst’ren Worten und in Moll

von seinem Leid die Ohren voll.

 

Geboren war er einst in Kiel,

doch trieb der Frust ihn an den Nil.

Hier endlich hört ihm jemand zu!

Nicht wie sein Weib, die alte Kuh,

die - sagt er was aus seiner Sicht -

nur meckert und stets widerspricht.

 

Der Alligator hört das Stöhnen.

Als möcht’ er mit Geduld verwöhnen

des Mannes tief geplagte Seele

bläht mitleidsvoll sich seine Kehle,

und ob es gar zu traurig wäre,

entrinnt dem Aug’ gar eine Zähre.

 

Der arme Mann ist tief gerührt.

Drum dankbar seine Hand berührt

des Krokodiles Blasenhaut.

Oh! Hätt’ er sich das nicht getraut ...!

Denn - schnapp und schluck  - wird’s klar dem Herrn:

Es hatte ihn zum Fressen gern.

 

Doch, nun weiß man selbst in Kiel:

Stumme Freundschaft taugt nicht viel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     

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